Lasst euch mitnehmen auf eine Entdeckungstour in eine der ältesten Städte der Welt! Kutaisi (oft auch Kutaissi genannt), die drittgrößte Metropole Georgiens, verzaubert mit einer einzigartigen Mischung aus jahrtausendealter Geschichte und pulsierendem modernem Leben. Die Region am Ufer des Rioni trägt ein reiches kulturelles Erbe in sich.
Überblick
Freut euch auf ein außergewöhnliches Reiseziel, das euch mit offenen Armen empfängt! In Kutaisi erlebt ihr authentisches georgisches Leben abseits der touristischen Pfade von Tiflis und Co. Majestätische UNESCO-Weltkulturerbestätten treffen hier auf quirlige Basare, wo der Duft von frischem Chatschapuri (ein mit Käse gebackenes Brot) die Luft erfüllt. In den umliegenden Bergen entdeckt ihr versteckte Klöster und atemberaubende Naturwunder. Die legendäre Gastfreundschaft werdet ihr in den familiengeführten Restaurants hautnah erleben. Kutaissi ist der perfekte Ausgangspunkt für große und kleine Abenteuer in der Region Imeretien, wo sich spektakuläre Canyons, geheimnisvolle Höhlen und üppige Wälder finden.
Geschichte
Die ersten Siedlungen in der Region datieren bis in die Bronzezeit. Im achten Jahrhundert v. Chr. war die Stadt als Aia das Zentrum des antiken Königreichs Kolchis. Der griechische Mythos von Jason und den Argonauten spielt hier. Im Mittelalter wurde Kutaisi zum Mittelpunkt des vereinigten georgischen Königreichs unter der Bagratiden-Dynastie. Die gleichnamige Kathedrale aus dem elften Jahrhundert, heute UNESCO-Weltkulturerbe, zeugt von dieser sorgenfreien Blütezeit.
Sehenswürdigkeiten
In Kutaisi verschmelzen Gestern und Heute zu einem faszinierenden Gesamtbild. Die Stadt beherbergt einige der bedeutendsten historischen Bauwerke Georgiens, die von der reichen Vergangenheit der Region zeugen. Von mittelalterlichen Kathedralen bis hin zu antiken Klöstern: Hier erwartet euch eine eindrucksvolle Zeitreise durch die Geschichte.
Gelati Kloster
Das Gelati, ein UNESCO-Weltkulturerbe, ist ein beeindruckendes Beispiel georgischer Klosterarchitektur. König David der Erbauer machte seinem Namen alle Ehre und gründete es im zwölften Jahrhundert als geistiges und kulturelles Zentrum. Die Wandmalereien im Inneren der Kirche gehören zu den besterhaltenen mittelalterlichen Fresken der orthodoxen Welt. Besonders bemerkenswert ist die Darstellung der Jungfrau Maria mit dem Christuskind in der Hauptapsis. Das Stift beherbergte einst eine bedeutende Akademie, wo Philosophie, Theologie und Naturwissenschaften gelehrt wurden. In den verschiedenen Gebäuden des Komplexes könnt ihr noch heute die Überreste der Bibliothek und der Werkstätten entdecken.
Bagrati Kathedrale
Majestätisch thront das Gotteshaus über der Stadt und bietet einen atemberaubenden Blick über das Rioni-Tal. Erbaut im elften Jahrhundert unter König Bagrat III., ist sie ein Meisterwerk mittelalterlicher Architektur. Die kürzlich restaurierte Kathedrale beeindruckt durch ihre perfekte geometrische Form und kunstvolle Steinmetzarbeiten. Besonders die Ornamente an den Fenstern und Türbögen zeugen von der hohen Handwerkskunst der damaligen Zeit. Im Inneren erwartet euch eine imponierende Akustik, die während der regelmäßigen Gottesdienste besonders zur Geltung kommt. Wenn ihr Bagrati am späten Nachmittag besucht, werdet ihr mit einem unvergesslichen Sonnenuntergang über den umliegenden Bergen belohnt.
Prometheus Höhle
Ein wahres Naturwunder erwartet euch etwa 20 Kilometer von Kutaisi entfernt. Auf einem gut ausgebauten Weg führt euch eine Entdeckungstour durch sechs eindrucksvolle Säle. Stalaktiten und Stalagmiten in fantastischen Formationen werden durch ein ausgeklügeltes Beleuchtungssystem in Szene gesetzt. Der unterirdische Fluss und der kleine See im Inneren sorgen für eine mystische Atmosphäre. Besonders spektakulär ist die optionale Bootsfahrt am Ende der Tour. Die konstante Temperatur von 14 Grad Celsius macht die natürliche Sehenswürdigkeit zu einem perfekten Ausflugsziel auch an heißen Sommertagen.
Sataplia Naturreservat
Hier verbinden sich natürliche Wunder mit prähistorischen Spuren. Das Highlight sind die gut erhaltenen Dinosaurier-Fußabdrücke, die ihr durch einen Glasboden betrachten könnt. Der neu angelegte Lehrpfad führt euch durch einen ursprünglichen Kolchischen Wald mit seltenen Pflanzenarten und sehr alten Bäumen, die die Eiszeit überlebt haben. Von der modernen Aussichtsplattform genießt ihr einen Panoramablick über das Tiefland bis zum Schwarzen Meer.
Okatse Canyon
Der Okatse Canyon bietet ein einzigartiges Erlebnis etwa eine Stunde von Kutaisi entfernt. Hier findet ihr den spektakulären Skywalk, einen 700 Meter langen Metallsteg, welcher euch an der Felswand entlangführt und atemberaubende Einblicke in die 100 Meter tiefe Schlucht gewährt. Der Weg dorthin durchquert einen malerischen Wald und ist an und für sich bereits eine Attraktion. Am Ende angekommen, erreicht ihr eine Aussichtsplattform, die einen grandiosen Blick über den Abgrund ermöglicht. Das Naturschutzgebiet ist auch für seine reiche Flora und Fauna bekannt.
Grüner Markt
Im Herzen von Kutaisi pulsiert der Grüne Markt, ein lebendiges Zeugnis georgischer Handels- und Esskultur. In den verwinkelten Gassen findet ihr seltene Gewürze, frische Früchte und Gemüse aus der Region sowie handwerkliche Produkte. Besonders interessant sind die verschiedenen Käsesorten und die traditionellen Süßigkeiten wie Churchkhela. Die Markthändler laden euch gerne zum Probieren ein und erzählen die Geschichten hinter ihren Waren. Der beste Zeitpunkt für einen Besuch ist der frühe Vormittag, wenn die Güter frisch angeliefert werden und das bunte Treiben in vollem Gange ist.
Mögliche Aktivitäten
Kutaisi und seine Umgebung bieten eine Fülle an spannenden Freizeitmöglichkeiten für jeden Geschmack. Von Expeditionen durch unberührte Natur bis hin zum Schluchtenwandern – hier findet ihr garantiert euer persönliches Highlight.
Raften auf dem Rioni
Adrenalin pur erlebt ihr beim Wildwasserbootfahren auf dem Rioni! Der Fluss bietet Strecken für verschiedene Schwierigkeitsgrade, von sanften Passagen für Anfänger bis zu aufregenden Rapids für erfahrene Paddler. Die professionellen Guides sorgen für eure Sicherheit und vermitteln interessante Fakten über die umliegende Landschaft. Besonders spektakulär sind die Exkursionen durch die engen Schluchten, wo sich die Kraft des Wassers eindrucksvoll zeigt. Nach der Tour könnt ihr euch bei einem traditionellen Picknick am Ufer stärken.
Nationalpark Borjomi-Kharagauli
Der Nationalpark Borjomi-Kharagauli, einer der größten Europas, ist ein Paradies für Wanderer. Gut markierte Trails führen durch dichte Wälder, über blühende Almwiesen und zu kristallklaren Bergseen. Die verschiedenen Routen sind für unterschiedliche Fitnesslevel geeignet, von einfachen Tageswanderungen bis zu mehrtägigen Trekkingtouren. Unterwegs begegnet ihr möglicherweise der vielfältigen Tierwelt des Parks, darunter Braunbären, Luchse und verschiedene Vogelarten. Die Ranger-Stationen bieten interessante Informationen über die Flora und Fauna des Gebiets.
Canyoning im Martvili Canyon
Etwa 50 Kilometer von Kutaisi entfernt erwartet euch dieses Naturjuwel. Die imposante Schlucht wurde vom Abashi-Fluss in den Kalkstein geschnitten und bietet verschiedene Routen für Anfänger und Fortgeschrittene im Schluchtenwandern. Mit professionellen Guides erlebt ihr hier ein einzigartiges Abenteuer: Abseilen an traumhaften Wasserfällen, Springen in türkisblaue Pools und Schwimmen durch enge Schluchten.
Die Tour beginnt mit einer ausführlichen Sicherheitseinweisung und Ausrüstungsanprobe. Während der etwa dreistündigen Durchquerung lernt ihr nicht nur die Techniken des Canyonings, sondern erfahrt auch viel über die geologische Geschichte und lokale Legenden. Im Sommer ist das erfrischende Wasser besonders angenehm, aber auch im späten Frühjahr und Herbst werden vereinzelt Touren angeboten.
Safari zum Tobavarchkhili-See
Diese mehrtägige Expedition führt euch in eine der unberührtesten Regionen Georgiens. Der Tobavarchkhili-See liegt versteckt in den Bergen Swanetiens und ist nur mit Geländewagen erreichbar. Die Tour startet in Kutaisi und führt über holprige Bergpfade und durch wilde Flusstäler. Unterwegs übernachtet ihr in traditionellen Berghütten oder Zelten. Der türkisfarbene Gletschersee selbst liegt eingebettet zwischen schneebedeckten Gipfeln und bietet ein unvergessliches Panorama. Die beste Reisezeit ist von Juli bis September, wenn die Wege schneefrei sind. Die Tour erfordert eine gewisse Grundfitness und Abenteuerlust, belohnt aber mit einzigartigen Erlebnissen und Abgeschiedenheit.
Kinchkha-Wasserfall
Der imposante Kinchkha ist eines der beeindruckendsten Wunder Imeretiens. Ein gut markierter Wanderweg beginnt im Dorf Kinchkha und führt durch dichten Wald zum Aussichtspunkt. Der neu angelegte Metallsteg ermöglicht es, ganz nah an den tosenden Wasserfall heranzukommen – ein echtes Highlight für Fotografie-Begeisterte. Die Wanderung dauert etwa zwei bis drei Stunden hin und zurück und ist mittelschwer. Am besten besucht ihr die Kaskade während der Schneeschmelze oder nach starkem Regen, wenn die Wassermassen besonders eindrucksvoll sind.
Thermalquellen von Tskaltubo
Eine Reise in die Vergangenheit erwartet euch in Tskaltubo, dem einst prunkvollen Kurort der Sowjetzeit, nur 15 Minuten von Kutaisi entfernt. Die radonhaltigen Thermalquellen sprudeln hier mit einer konstanten Temperatur von 33-35 Grad Celsius und sind für ihre heilende Wirkung bei Gelenk- und Hauterkrankungen bekannt. Die monumentalen Badegebäude aus den 1950er Jahren erzählen mit ihrer verfallenen Pracht vom einstigen Glanz der Anlage. In einigen renovierten Bädern könnt ihr heute noch in den mineralreichen Quellen baden. Besonders eindrucksvoll ist das Haus Nr. 6 mit seiner prächtigen Kuppel und den original erhaltenen Mosaiken. Vor eurem Besuch solltet ihr euch nach den Öffnungszeiten erkundigen, da einige Bereiche nur mit Führung zugänglich sind. Ein faszinierender Ausflug für Architektur- und Geschichtsinteressierte!
Reise-Infos
Um eure Reise nach Georgien optimal zu planen, findet ihr hier alle wichtigen Informationen zu Einreise, Visum und praktischen Aspekten vor Ort.
Ideale Reisezeit und Reisedauer
Ideal sind die Monate von Mai bis Oktober, wenn die Temperaturen angenehm und die Niederschläge moderat daherkommen. Der Frühling (Mai-Juni) verzaubert mit blühenden Landschaften und mildem Klima – ideal für Wanderungen und Outdoor-Aktivitäten. Im Hochsommer (Juli-August) kann es in der Stadt sehr heiß werden, aber die Höhlenbesichtigungen und Ausflüge in die Berge bieten dann willkommene Abkühlung. Der Herbst (September-Oktober) lockt mit gemäßigtem Wetter und der Weinlese.
Die Region lässt sich am besten in mindestens einer Woche erkunden. So habt ihr genug Zeit für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und könnt auch Ausflüge in die Umgebung unternehmen. Wer tiefer in die Kultur eintauchen und mehrere Wanderungen oder Aktivitäten einplanen möchte, sollte 14 Tage oder mehr im Gepäck haben.
Anreise und Fortbewegung vor Ort
Der internationale Flughafen Kutaisi wird von verschiedenen europäischen Städten direkt angeflogen. Von hier fahren regelmäßig Shuttlebusse ins Zentrum (Dauer ca. 30 Minuten). Alternativ könnt ihr auch über Tiflis anreisen und von dort den Zug oder Bus nehmen. Vor Ort selbst sind viele Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichbar. Für weitere Strecken empfehlen sich die günstigen Marshrutkas (Minibusse) oder Taxis. Ausflüge in die Umgebung machen sich am besten mit einem Mietwagen. Viele Unterkünfte bieten auch organisierte Touren zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten an. Die Straßen sind generell in gutem Zustand, in abgelegenen Gebieten solltet ihr jedoch mit unbefestigten Wegen rechnen.
Reisevorbereitung
Deutsche Reisende benötigen keinen Visum für Aufenthalte bis zu einem Jahr in Georgien. Ein Reisepass (mindestens sechs Monate über das Reiseende hinaus gültig) reicht aus. Besondere Impfungen sind nicht vorgeschrieben, aber die Standimmunisierungen sollten aktuell sein. Eine Hepatitis A-Impfung wird empfohlen. Vor Ort findet ihr Typ C und F Steckdosen (230V). Deutsche Standardstecker (Typ F) passen problemlos, für Geräte mit Typ C Steckern benötigt ihr eventuell einen Adapter.
Die Landeswährung ist der Georgische Lari. Es ist vorteilhafter, Geld vor Ort zu wechseln, da die Kurse hier meist besser sind. Geldautomaten sind in Kutaisi verfügbar. Kreditkarten werden in größeren Geschäften und Hotels akzeptiert, aber für kleinere Läden und Restaurants solltet ihr unbedingt etwas Bargeld dabeihaben.
Essen und Spezialitäten
Die imeretische Küche gilt als eine der besten Georgiens. Das Markenzeichen der Region ist Imeruli Khachapuri, ein Brot mit einer speziellen Käsemischung aus der Region. In den traditionellen Restaurants, den sogenannten „Sakhli”, werden die Speisen nach alten Familienrezepten zubereitet. Probiert unbedingt Satsivi (Walnusssoße mit Geflügel), Khinkali (Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen) und Pkhali (Gemüsepaste mit Walnüssen). Die Region ist auch für ihre Weine bekannt, besonders die Sorten Tsolikouri und Krakhuna. Ein besonderes Erlebnis sind die „Supra” – traditionelle georgische Festessen mit vielen Gängen und dem charakteristischen Weinzeremoniell unter Leitung eines Tamada (Tischmeister). Die Preise für Essen und Getränke sind im Vergleich zu beliebten Reisezielen in Westeuropa sehr moderat.
Hotels und Unterkünfte
Die Freundlichkeit der Georgier erlebt ihr besonders authentisch in den zahlreichen Gästehäusern. Diese familiengeführten Unterkünfte bieten meist einfache, aber gemütliche Zimmer und ein reichhaltiges Frühstück mit hausgemachten Spezialitäten. Hier hilft man euch auch gerne bei der Planung eurer Ausflüge. Im Stadtzentrum haben in den letzten Jahren auch einige moderne Boutique-Hotels eröffnet. Diese verbinden traditionelle georgische Architektur mit zeitgemäßem Komfort. Beliebt sind die Bleiben rund um den zentralen Platz, von wo aus ihr die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erreichen könnt. Für ein spezielles Erlebnis empfehlen wir euch die Übernachtungsmöglichkeiten im Umland. Diese oft in historischen Gebäuden untergebrachten Herbergen verfügen über eigene Weinkeller und bieten teilweise Verkostungen an.